Verdi tarifvertrag klinikum niederlausitz

Verluste in Millionenhöhe, verunsicherte Patienten, ein eigenes Sanierungskonzept: Das Klinikum Niederlausitz gilt seit Längerem als Sorgenkind. Das Gutachten besagt: Der zu leistende Schuldendienst des Klinikums Niederlausitz ist im Verhältnis zum Eigenkapital zu hoch. Die wirtschaftliche Notlage erfordere einen Notlagentarifvertrag. Auch, um die Krankenhäuser Senftenberg und Lauchhammer für die Zukunft sicher zu machen. Die Experten sehen aber auch den Gesellschafter, den Oberspreewald-Lausitz-Kreis, in der Pflicht, „die finanzielle Ausstattung des Klinikums Niederlausitz zu verbessern“. Das heißt: Mit einem Ausgleich des erarbeiteten Verlustes aus der Kreiskasse, also einer millionenschweren Finanzspritze, würde das Tochterunternehmen des Landkreises entscheidend gestärkt. Die Mitarbeiter des in wirtschaftliche Schieflage geratenen Klinikums Niederlausitz in Lauchhammer und Senftenberg stimmen ab Dienstag über einen Notlagentarifvertrag ab. Darüber informierte die Gewerkschaft ver.di. Experten beziffern den Zuschussbedarf, den das Klinikum Niederlausitz braucht, indes sehr genau. Das bestätigt Verdi-Gewerkschaftssekretär Ralf Franke. Denn Verdi will sich generell nur an den Verhandlungstisch setzen, wenn ein „nennenswerter und damit wirksamer Betrag zur Stabilisierung des Klinikums auch vom Gesellschafter kommt.

Thema: Klinikum NiederlausitzPersonalSanierungsplanStellenabbau Bei den Mitarbeitern tendiert die Bereitschaft, auf einen Teil ihrer Gehälter zu verzichten, zunächst einmal gegen Null. Das ist das aktuelle Stimmungsbild vom Dienstag und auch der Trend für die schriftliche Abstimmung, die letztlich über einen Sanierungsbeitrag der Beschäftigten entscheidet. Klinikum-Sprecherin Kristin Dolk verweist zwar klar darauf, dass nur etwa 20 Prozent der Mitarbeiter des Klinikums Niederlausitz gewerkschaftlich organisiert. „Deshalb pauschal allen Beschäftigten die Akzeptanz des Notlagentarifvertrags abzusprechen, ist falsch“, betont sie. „Aus persönlichen Gesprächen weiß ich, dass es heterogene Meinungen bei den Mitarbeitern zum Notlagentarifvertrag gibt.“ Die Tarifverhandlungen aufzunehmen, sei eine Chance, das Sanierungskonzept mitzugestalten. „Gar nicht miteinander ins Gespräch zu kommen, ist aus meiner Sicht der falsche Weg zu dem gemeinsamen Ziel, dem Klinikum wieder auf die Beine zu helfen“, so Dolk. Thema: Klinikum NiederlausitzTarifverhandlungver.di Hintergrund ist die finanzielle Schieflage des Klinikums Niederlausitz. Es hatte im vergangenem Jahr einen Verlust von viereinhalb Millionen Euro gemacht.

Nach zwei Jahren mit mehreren Millionen Euro Verlust entspannt sich die wirtschaftliche Lage am Klinikum Niederlausitz. Unklar ist hingegen, wie sich der Eigentümer des Klinikums, der Landkreis Oberspreewald-Lausitz und die Ärzte am Sanierungskonzept beteiligen sollen. Ohne eine Finanzspritze vom Landkreis kann sich das Klinikum Niederlausitz aber laut einem externen Gutachten nicht selbst sanieren. Thema: BürokratieCarl-Thiem-Klinikum CottbusKlinikum NiederlausitzLiquiditätNaemi-Wilke-Stift Guben Die Bezahlung des nichtärztlichen Personals ist mies. Eine Pflegefachkraft im Klinikum Niederlausitz verdient 84 Prozent des Tarifgehaltes des öffentlichen Dienstes. In den unteren Entgeltgruppen liegen die Löhne sogar unter dem Vergabe-Mindestlohn im Land Brandenburg. Das heißt: Das Klinikum und auch der Landkreis Oberspreewald-Lausitz, direkt und mittelbar Arbeitgeber der Krankenhaus-Beschäftigten, zahlen den eigenen Leuten weniger, als sie Kraft Gesetzes für Dienstleister ausgeben müssen – so sie Leistungen wie die beispielsweise die Reinigung ausschreiben würden. Jede Firma, die sich um kommunale Aufträge bewirbt, muss ihren Beschäftigten also mehr Geld für deren Arbeit zahlen.

Thema: BetriebsergebnisKlinikum NiederlausitzSanierungWirtschaftsplan Einer eingeholten Expertise zufolge brauche das Unternehmen sofort 4,5 Millionen Euro, also den Verlustausgleich durch den Landkreis.